Die Top 10 der besten Wunderwaffen des 3. Reiches

Während des 2. Weltkrieges entwickelte das Deutsche Reich mit ungeahnter Kreativität eine Reihe von Waffen, welche sich im Nachhinein als wichtige Erfindungen herausstellten und die Technologie der Menschheit auf eine neue Stufe brachte.

Offensichtlich hatte keiner dieser „Wunderwaffen“, die häufig zu spät und in zu kleinen Stückzahlen kamen, eine kriegsentscheidende Wirkung

In der Top 10 der besten deutschen „Wunderwaffen“ geht es auch darum: Welche Waffe, die damals erfunden wurden, bedeutete große technologische Durchbrüche (sowohl militärisch als auch zivil), die bis heute bedeutsam sind?

Außer Acht gelassen werden in dieser Top 10 Liste moralische und ethische Aspekte. Dazu meine Gedanken „Können Waffen ethisch sein“ am Ende der Liste der besten deutschen Wunderwaffen

9. Die erste praktisch eingesetzte Beschleunigungskanone: V3

Schemaplan der V3 („Londonkanone“) mit unterirdischem Lauf

Das „Problem“ dass London aufgrund der Entfernung nicht von herkömmlicher Artillerie zu beschießen war, führte zu Entwicklung der „London-Kanone“

Das Konzept: Das Geschoss erfährt durch die Zündung von weiteren sekundären Ladungen, die an dem über 100 Meter langen unterirdischen Lauf angebracht sind, einen enormen Zuwachs an Geschwindigkeit und fliegt daher nach den Gesetzen der Physik extrem weit

So sollten die Geschosse der Super-Kanone eine Mündungsgeschwindigkeit von rund 1500 Meter in der Sekunde (mehr als 4fache Schallgeschwindigkeit) haben und damit eine Reichweite von 160 Kilometern. Alle 6 Sekunden rund um die Uhr sollte ein 15mm-Kaliber Geschoss Richtung London fliegen

Die Englandkanone wurde rechtzeitig von den Bomberkommandos der RAF zerstört, dennoch zeigten eine Testanlage und 2 kleinere „Superkanonen“ die auf Luxemburg gerichtet waren, dass die Beschleunigungskanone im Prinzip funktionierte (wenn auch mit schwächeren Werten und ohne den Gegner zu beeindrucken)

Der Lauf einer kleineren Anlage

Nachteile

  • nicht transportabel, massives Bauwerk, dass leicht vom Gegner zu orten und zu zerstören ist
  • enormer Streuung (5 Kilometer)
  • dennoch ein begrenztes Zielgebiet der Geschosse, der Gegner kann sich darauf einstellen
  • Fazit: nur als Terrorwaffe zu verwenden, ungeeignet um militärische Infrastruktur zu bekämpfen

Das weitere Schicksal der Beschleunigungskanone

  • Die Anlagen wurden von den Deutschen selbst beim Vorrücken der Amerikaner demontiert
  • Die US-Armee sicherte sich die Geschützrohre und Munition und baute die V3 auf einem Übungsplatz in den USA nach, aber 1948 wurde sie verschrottet
  • keine Auswirkung auf aktuelle Waffenentwicklung
  • Ausnahme: Unter dem Decknamen Baby Babylon wollte der damalige irakische Diktator Hussein in den 90ern eine solches Geschütz mit der Länge von knapp 50 Metern bauen, um Israel zu beschießen. Der Bau wurde vereitelt
  • Vielleicht in Zukunft: Gaußkanone oder Electromagnetic Railgun, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren

8. Das erste MANPAD – Die Fliegerfaust

MANPADS (Flugabwehrsysteme, die von einem Mann getragen werden können) wie die Stinger beweisen aktuell im russischen Krieg gegen die Ukraine ihre enorme Bedeutung.. Teilweise gelang es den ukrainischen Verteidigern die russische Luftherrschaft zu brechen, indem sie mit den portablen infrarotgelenkten Raketen reihenweise russische Kampfhubschrauber und sogar Jets vom Himmel holten

Was nicht so bekannt ist: Das MANPAD ist eine deutsche Erfindung. Das erste tragbare Gerät, mit dem man mit Raketen feindliche Flugobjekte abschiessen konnte, war die Fliegerfaust. Die Fliegerfaust ging erst im Jahr 1944 in Entwicklung und basierte auf den Erfahrungen, die man mit der Panzerschreck gemacht hatte

Die Fliegerfaust A bestand aus 4 Röhren. Aus diesen konnten von kleinen Raketen angetriebene 20mm Geschosse mit einer Geschwindigkeit von fast 400 m/s abgeschossen werden. Die Fliegerfaust B hatte gar 9 Röhre, hier war anscheinend auch ein zeitverzögerter Abschuss aus den einzelnen Rohren möglich. Mit der Vielzahl an Rohren versuchte man der starken Streuung der Waffe entgegenzuwirken, in der Hoffnung, dass wenigstens ein Geschoss ihr Ziel traf. Mit einem Gewicht von nur 6,5 Kilo im geladenen Zustand und einer Länge von 1,50 Meter war die Fliegerfaust handlich und gut zu tragen

Abgesehen davon, dass die Fliegerfaust zu spät kam und bei Kriegsende erst 80 Exemplare in der Erprobung waren, wies das altertümliche MANPAD folgende schweren Nachteile auf:

  • die Geschosse hat keinen Suchkopf, sondern das Ziel wurde über ein simples Visier angepeilt
  • Reichweite <500 Meter, die meisten Flugzeuge flogen höher

7. Das erste praxistaugliche Raketenflugzeug: Messerschmitt Me 163

Bei der Messerschmitt ME 163 mit dem albernen Spitznamen „Kraftei“ handelt es sich um ein Raketenflugzeug. Nachdem zuvor mit der Heinkel He 176 im Jahr 1939 das erste flugfähige Raketenflugzeug überhaupt auch eine Erfindung aus Deutschland war, war die Messerschmitt ME 163 das erste Raketenflugzeug das militärisch und damit in der Praxis eingesetzt wurde. Das kompakte Flugzeug war außerdem das erste Flugzeug jemals was die Marke von 1000 Km/h knackte

ME 163 im Einsatz

Die ME 163 war seit Anfang der 40er Jahre in Entwicklung. Im Sommer 1944 kam es zum ersten Einsatz als 6 „Krafteier“ eine Flotte von fast 600 B-17 Flying Fortress bekämpfen sollten. In diesem und folgenden Einsätzen zeigte sich, dass der kleinen Raketenjägerstaffel durchaus einige Abschüsse gelang, aber viele Krafteuer wurden auch von den Gunnern der B-17 oder dem Begleitschutz runtergeholt.

Als Nachteil erwies sich, dass wegen der hohen Geschwindigkeit der Pilot nur wenige Sekunden Zeit hatte, zu zielen und zu schiessen. Ein zweiter Anlauf war nicht möglich wegen dem sehr hohen Treibstoffverbrauch der Raketentriebwerke. Um dem zu entgegen wurde ein für die damalige Zeit verblüffend fortschrittliches automatisch auslösendes Waffensystem entwickelt, dass mit Infrarot arbeitete. Der Pilot musste nur unter eine Bomberflotte durchfliegen und 4 Granaten schossen automatisch auf die Bomber über ihm. Das System kam nur einmal in den letzten Kriegswochen zum Einsatz – mit Erfolg

Die weitere Entwicklung von Raketenflugzeugen

  • die erhaltenen ME 163 wurden nach Kriegsende in die Sowjetunion, nach England und in die USA gebracht
  • In den USA entstand, auch anhand der Erkenntnisse aus der ME 163, die X-15, welche in den 50er und 60er Flugrekorde aufstellte, die heute noch Bestand haben
  • In neuer Zeit gewannen Raketenflugzeuge wieder neue Bedeutung im zivilen Bereich mit der SpaceShipOne und der SpaceShipTwo

6. Die erste „moderne“ Flugabwehrrakete – Wasserfall

Ab 1942 stellte sich heraus, dass die hochfliegenden 4-motorigen Bomber der Royal Air Force und der Amerikaner schwer zu erreichen war für die deutsche Flugabwehr. Die Flak erreichte die Bomber nicht, die in einer Höhe von 10 Kilometern flogen. Die deutschen Jagdflugzeuge (mit Ausnahme des Düsenjägers Messerschmitt Me 262 ) arbeiteten aufgrund des niedrigen Luftdrucks in dieser Höhe nicht mehr mit voller Leistung.

Also begann die Entwicklung von Flugabwehrraketen. Eine Vielzahl von Projekten wurde hektisch begonnen, dann aber wieder abgebrochen. Unter anderem Taifun, Feuerlilie oder Rheinbote. Die Wasserfall wurde noch am weitesten entwickelt und im Jahr 1944 fanden eine Reihe von Probeflügen statt. Aber letztlich wurde auch sie für die -militärisch nutzlose- V2 aufgegeben.

Technische Errungenschaften der Wasserfall

  • Sektionsbauweise wie bei modernen Flugabwehrraketen: Damit konnte der Bau auf verschiedenen Betriebe verteilt werden und die Serien-Produktion wurde erleichtert
  • Kursrechner verhinderten das Rollen der Rakete und hielten sie auf Kurse
  • ein magnetische Annäherungszünder zündete die Luftmine im Gefechtskopf der Rakete, sobald sie in Reichweite eines Flugzeugs war, ein Zeitzünder zerstörte die Rakete nach einer Weile automatisch, damit sie bei einer Verfehlung des feindlichen Ziels nicht mit funktionsfähigen Sprengkopf auf den Boden stürzte (beides wahrscheinlich noch in Planung)
  • stattdessen wurde sie bei den Probeflügen von einem Bediener über Funk gesteuert. Er lag in einem Art drehbaren Liegestuhl (damit er den Himmel über sich gut im Blick hatte) und konnte mit einem Controller die 4 Elektromotoren an den Flügeln der Rakete ansprechen und so den Kurs verändern. Auf Knopfdruck brachte er den Sprengkopf der Rakete zum Explodieren
  • hypergolischen Zweikomponenten-Flüssigtreibstoff sorgte für genug Schub und war deutlich leichter zu händeln als der Flüssigsauerstoff der V2 (die dafür ganz andere Flughöhen erreichte)

Nach dem Krieg

Nach der deutschen Kapitulation sicherten sich die USA und die Sowjetunion mehrere Prototypen der Wasserfall sowie Dokumente und Baupläne. Direkt führte das zur Entwicklung der amerikanischen Hermes und später der Redstone sowie der sowjetischen R101, die später in der Scud resultierte.

Luftabwehr-Systeme nach dem Grundgedanken der Wasserfall sind heute noch ein unverzichtbarer Teil der Kriegsführung. Herausragend ist das sowjetische S-300 oder das amerikanische Patriot. Diese sowohl gegen Flugzeuge als auch gegen Raketen hochwirksamen Systeme sind auf LKW montiert und verfügen über ein leistungsstarkes Multifunktionsradar, welches Dutzende Ziele zugleich verfolgen kann. Aber es gibt weiterhin mit Soldaten bemannte Gefechtsstände, wo der Flug der Abwehrraketen verfolgt wird und Prioritäten festgelegt werden

5. Fritz X: erste gelenkte Waffe „Lenkbombe“

Amerikansiche Zeichnung der Fritz X mit den einzelnen Bauteilen

Die von Rheinmetall produzierte ferngelenkte Fallbombe war die erste serienmäßige hergestellte Präzisionsmunition und als die Luftwaffe mit diesen Bomben am 9. September 1943 mehrere Schiffe der italienischen Flotte versenkte, war es das erste Mal, das eine solche Waffe in einem Krieg eingesetzt wurde

Aufbau der Fritz X

Die Fritz X basierte auf der Panzersprengbombe PC 1400. Dies war eine über 1400 Kilo schwere Bombe mit 320 Kilo Sprengstoff und sie konnte 20 Zentimter Panzerung durchlagen.

Sie erhielt nun eine stromlinienförmige Spitze und 4 Stummelflügel zur besseren Stabilität und ein Leitwerk mit beweglichen Höhen- und Querruder. Diese konnten durch Fernsteuerung bewegt werden. Ein Kreiselstabilisator sorgte zusätzlich für eine stabilen Flug.

Der Bombenschütze im Flugzeug, von dem sie ausgeworfen wurde, steuerte sie mit einem Art Joystick auf das Ziel. Am Leitwerk der Fritz X waren Leuchtsätze angebracht, sodass der Schütze sie auch bei Nachteinsätzen sehen konnte.

Vor- und Nachteile

  • erhebliche verbessserte Trefferquote gegenüber einer ungelenkten Bombe: 90% trafen in einen Radius von 30 Meterrn, 50% sogar in eimem Radius von 15 Metern
  • Die Funksterueng konnte potentiell von Störsendern des Gegners unetrbrochen/gestört werden, gegen Ende des Krieges verfügten die Aliierten auch über diese Technik

Weitere Entwicklung von gelenkter Munition:

Gelenkte Bomben und Raketen sind heute ein unverzichtbarer Teil der Kriegsführung. Teilweise geschieht das durch Funk, häufig ist aber das Geschoss durch einen Suchkopf völlig autonom und steuert sich selbst ins Ziel.

4. Panzerkampfwagen V – Vorfahre des modernen Kampfpanzers?

Auch wenn eher der schwere deutsche Panzer Tiger als Wunderwaffe galt (auch wenn er von der Nazi-Propaganda nie als solche bezeichnet wurden), war doch der massenweise produzierte mittlere Panzerkampfwagen V der bestimmende deutsche Panzer. Er sorgte für eine Weiterentwicklung der Waffen der Alliierten, da sie ihre eigenen Panzer soweit aufrüsteten, dass sie von der 7,5-cm-Kanone des Panthers besser geschützt waren und ihrerseits mit ihren Kanonen die Panzerung des Panthers durchbrechen konnten, die an der Frontseite 100 Millimeter dick war.

Die große Bedeutung des Panzerkampfwagen V erkennt man auch an der Länge des amerikanischen Wikibeitrages zum Panther, er ist deutlich länger als die Beitrag zum Tiger und bis ins Detail werden dort die Vorzüge des deutschen Panzers beschrieben

Die Vorteile des Panzerkampfwagen V

  • nicht so gnadenlos untermotorisiert wie die schweren deutschen Panzer: Der Panther hatte den gleichen Motor (Maybach HL 230 P30 mit 700 PS) wie der Tiger, war aber mit knapp 45 Tonnen ein gutes Stück leichter
  • trotzdem guter Schutz: zu Beginn konnten weder die amerikanischen Sherman noch die sowjetischen T-34 die angeschrägte Front des Panthers durchschlagen. Selbst ihre Haubitzen taten sich schwer.
  • Die Kanone, obwohl nur das „Standard-Kaliber“ von 7,5 Zentimter (Tiger 8,8 cm) war aufgrunde des überlangen Rohrs (8,86 Meter) die Panzerkanone mit der höchsten Mündungsgeschwindigkeit während des 2. Weltkrieges und damit hatten die Granaten eine sehr hohe Durchschlagskraft. Zudem wiesen die Granaten eine hohe Treffsicherheit auf: 100% auf 500 Metern und noch 76% auf 1500 Meter
  • der Panzerkampfwagen V war auf Massenproduktion ausgelegt, weitaus billiger als der Tiger in der Produktion. Die wichtigsten Elemente wie Panzerung, Getriebe und Antrieb waren bewusst einfach gehalten. Dadurch konnten erhebliche Stückzahlen produziert werden: über 5000 Stück

Nach dem Krieg

Auch wenn der Panzerkampfwagen V auf den ersten Blick keinen grossen Einfluss auf die Panzer-Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg hatte, gilt er dennoch wegen seiner Ausgewogenheit bei manchen „Panzerfachmann“ als der Vorfahre des modernen Kampfpanzers

3. Das erste richtige U-Boot: U-Boot vom Typ XXI

Nach Amerika verschiffte XXI

Bekanntlich setzte die deutsche Marine schon während des gesamten Krieges U-Boote mit einigen Erfolg ein.

Die U-Boot-Klasse XXI, welche in den Jahren 1944 und 1945 gebaut wurde, hatte allerdings einen Vorteil gegenüber allen anderen U-Booten dieser Zeit: Sie konnte lange Zeit (rund 75 Stunden) unter Wasser bleiben. Bisher blieben U-Boote nur für kurze Zeit abgetaucht, da der Dieselmotor, der als Antrieb diente, ständige Luftzufuhr benötigte.

U-Boote vom Typ XXI hatten 6 riesige Batterien mit 62 Akkuzellen. Diese konnten in nur 3 Stunden durch den Dieselmotor wieder aufgeladen werden. Durch die neuartige Schnorchel-Anlage, konnten die U-Boote auch bei der Fahrt mit den Dieselmotoren nur schwer entdeckt werden.

Schneller und leiser

Typ XXI war seinerzeit dank dem extrem stromlinienförmigen Design das schnellste U-Boot während der Tauchfahrt. Die beiden leistungsstarken Haupt-E-Motoren mit zusammen 5000 PS trieben es auf fast 16 Knoten an, dabei blieb Typ XXI deutlich leiser als die langsameren amerikanischen U-Boote. Zudem hatte das revolutionäre U-Boot zusätzlich 2 extrem geräuscharme Schleichmotoren an Bord. In Schleichfahrt war es zwar deutlich langsamer, aber ab einer Tiefe von 150 Meter von den damaligen Ortungsanlagen nicht mehr zu erkennen.

Weitere spektakuläre Neuerungen: Mit der SU-Anlage konnte man dank eines analogen Computers die Torpedos auf Feindschiffe ausrichten ohne Sehrohr. Dazu kam ein Torpedo-Schnellladesystem, eine automatische Tiefensteuerung und Lufterneuerungsanlagen um den CO2-Gehalt der Luft für die Crew niedrig zu halten

Gemütliche Kombüse, inklusive Steckdosen um Handys etc aufzuladen

Kein Erfolg für XXI

Erst in den letzten Wochen des Krieges standen der Marine einige praxistaugliche Boote der Klasse XXI mit ausgebildeter Mannschaft zur Verfügung, sodass kein einziger erfolgreicher Einsatz dieser „Wunderwaffe“ verzeichnet ist. Nachteilig: Die XXI-U-Boote waren durch ihre anspruchsvolle Technik anfälliger gegen Minen und Unterwasserbomben und die Ausbildung der Besatzung war langwierig.

Nach Kriegsende

Die Alliierten teilten die XXI unter sich auf. Viele Details des Typs XXI gelten als richtungsweisend für den modernen U-Boot-Bau. Besonders die U-Boote der Sowjetunion basierten auf dem Design der XXI, aber auch die US-Amerikanische Tang-Klasse und die britische Porpoise-Klasse

2. Messerschmitt Me 262 – der erste in Serie hergestellte Jet

Als der der ME 262 im Sommer 1944 am Himmel auftauchte, war er sämtlichen Jagdflugzeugen der Alliierten in Sachen Geschwindigkeit und Bewaffnung deutlich überlegen. Obwohl er nur in geringer Stückzahl hergestellt wurde – insgesamt 1500 Exemplare – bereitete er den Piloten der britischen und amerikanischen Bomber-Kommandos Kopfschmerzen.

Bereits im Jahr 1939 hob das erste Flugzeug mit Düsentriebwerken überhaupt -der Heinkel He 178 – ab. Dieses Experimentalflugzeug hatte jedoch schwerwiegende Mängel, so blieb es nur wenige Minuten in der Luft bleiben und war schwer zu fliegen. Der ME 262 hingegen wurden hervorragende Flugeigenschaften bescheinigt, Piloten lernten schnell mit der revolutionären Technik zurechtzukommen. Die ME 262 erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 900 Km/h. Kein anderes Flugzeug der damaligen Zeit konnte auch nur annähernd mithalten.

Das Cockpit

Die Bewaffnung der ME 262

Zum einen verfügten sie über 4 Mschinenkanonem vom Typ MK 108 mit einem Kaliber von 30 mm und einer Kadenz mit 650 Schuss in der mute. Dazu kamen 24 R4M-Raketen. Das warenungelenkte Luft-Luft-Rakten, welche sich als etrem efektiv gegen die feinlche Luftflotten erwiesen.

Nach dem Krieg

Auch bei den Alliierten galt die ME 262 als das fortschrittlichste Flugzeug des 2. Weltkrieges. Besonders was die Geschwindigkeit und die Beschleunigung des Jets anging. Daher wurden noch brauchbare Exemplare in die USA, nach England und in die Sowjetunion gebracht und dort auf Herz und Nieren untersucht. Die Technologie floss direkt in die Nachkriegs-Jets der Alliierten ein. So basierte die amerikanische F-86 Sabre, welche für viele Jahre der Standardjäger der NATO war auf der ME 262

1. Die erste Weltraumrakete

Aggregat 4, oder von der Nazipropaganda auch V2 genannt, war die erste ballistische Langstreckenrakete der Welt und das erste menschliche Objekt, dass die Kármán-Linie durchbrach und damit (unbeabsichtigt) den Beginn der Raumfahrt einläutete.

Nach dem Krieg

Die Siegermächte stritten sich um die V-2-Raketen, die Produktionsanlagen und besonders die Forscher. Allein 300 Eisenbahnwagen mit Teilen der Raketen und auch bereits zusammengebaute Raketen wurden in die USA verschifft. Dazu kamen Baupläne und Berechnungen. Wahrscheinlich am wichtigsten: Die USA nahmen 126 Wissenschaftler des Raketenbauprogramms in Gefangenschaft, wo sie dann an in New Mexiko am Raketenbauprogramm der USA arbeiteten. Das Aggregat 4 legte den Grundstein für die später verwendeten Flüssigtreibstoffraketen und für die Weltraumraketen

Amerikanischer Plan der A4

Aggregat 4 als Waffe

Auch wenn das Aggregat 4, da sie den Beginn der menschlichen Raumfahrt bedeutet, als einer der größten deutschen Erfindungen aller Zeiten gelten kann, war sie als Waffe ein Flop und verursachte fast nur zivile Opfer. Zudem verursachte die Entwicklung und der Bau enorme Kosten und verschlang grosse Mengen der knappen Ressourcen

Erstes Foto der Erde vom Weltraum, geschossen aus einer „amerikanischen V2“